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  • Fedora 43 KDE – erste Schritte

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    Fedora 43 mit KDE-Plsama Desktop, erste Schritt und Bedienungshilfen

    Im vorangehenden Beitrag haben wir gezeigt, wie Sie Fedora 43 auf Ihrem Rechner installieren. Dieser Beitrag gibt nun einsteigerfreundliche Hinweise für ein erstes Setup. Schwerpunkt sind Anpassungen für bessere Lesbarkeit und die Zugangshilfen. Und da hat KDE einiges zu bieten.

    Desktop Ansicht

    Nach dem Einloggen erwartet Sie ein Desktop, der dem vielleicht von Windows gewohnten Anblick ein wenig ähnlich ist, nur schöner. Auch hier öffnet die Windows-Taste den sogenannten Anwendungsstarter. Sie können Anwendungen oder Orte anzeigen lassen.

    Gleichzeitig erhalten Sie auch ein Suchfeld, der Cursor ist bereits dort platziert, Geben Sie z.B. die Anfangsbuchstaben der Anwendung, die Sie öffnen möchten oder der Systemeinstellungen, die Sie anpassen möchten, hier ein und Sie erhalten zuverlässige Vorschläge. Das ist der schnellste Weg, ohne lange mit der Maus hantieren und Beschriftungen lesen zu müssen.

    Schnell vergrößern

    Eine der nützlichsten Funktionen von KDE ist die Möglichkeit, die Ansicht zu vergrößern, ohne vorher irgendwelche Einstellungen vornehmen zu müssen.

    Dazu halten Sie Strg- und Meta-Taste gedrückt und streichen auf dem Touchpad mit zwei Fingern nach unten (nach oben verkleinert wieder). Benutzen Sie eine Maus, betätigen Sie bei gedrückt gehaltener Tastenkombination das Mausrad. Es wird jeweils der Bereich vergrößert, in dem sich der Mauszeiger (Fokus) befindet.

    Meta + Strg + Touchpad Zwei-Finger nach unten (oben)
    Meta + Strg + Mausrad

    (Meta ist die Windows-Taste)

    Hinweis: je nach Tastatur und Rechner kann auch die Alt-Taste funktionieren.

    System aktualisieren

    Das System aktualisieren sollte immer Ihre erste Aktion nach dem Anmelden sein. Im rechten Bereich der Fensterleiste erhalten Sie einen Hinweis, wenn Aktualisierungen zur Verfügung stehen. Ein Klick in den Benachrichtigungen führt Sie direkt zur Softwareverwaltung.

    Die Softwareverwaltung Discover: links in der Seitenleiste wird hinter dem Menüpunkt Aktualisierungen ein Symbol mit Ausrufezeichen angezeigt. 
In der Vensterleiste des Desktops zeigt ein Benachrichtigungs-Symbol dass Aktualisierungen verfügbar sind.

    Terminal nutzen

    In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass der Download der Aktualisierungen „irgendwie stecken bleibt“ (der Fortschrittsbalken ändert sich über längere Zeit nicht mehr). Dann schließen Sie die Softwareverwaltung und aktualisieren Sie Ihr System über das Terminal, das unter KDE Konsole heißt. Das ist weit weniger schwierig, als es klingt. Sie finden die Konsole im Anwendungsstarter als Favorit im rechten Bereich. Nach dem ersten Öffnen erhalten Sie einen Hinweis zum verantwortungsvollen Umgang. Geben Sie den nachstehenden Textbefehl ein:

    sudo dnf upgrade -y

    Nach dem Betätigen der Eingabetaste noch Ihr Passwort eingeben (es wird nicht angezeigt und auch der Cursor bewegt sich nicht beim Schreiben). Und das war’s auch schon.

    Terminal-Fenster mit dem Befehl für die Aktualisierung, darunter ein Hinweistext, gefolgt von der Aufforderung zur Eingabe des Passworts.
    Terminal-Fenster mit der Textausgabe während des Updates, ganz unten die Meldung "Abgeschlossen!", danach wieder der reguläre Prompt.

    Auch die Schrift in der Konsole ist zunächst recht klein. Man vergrößert mit

    Strg + Plus-Taste
    oder
    Strg + Mausrad
    oder
    Strg + Touchpad Zwei-Finger nach oben
    Das Terminal-Fenster mit stark vergrößerter Schrift, grüne Schrift auf schwarzem Hintergrund.

    Alternativ erreichen Sie über das Symbol mit den drei Strichen rechts oben das Menü. Hier können Sie ein eigenes Profil mit größerer Schrift anlegen.

    Einstellungen > Konsole einrichten > Profile > Neu > Erscheinungsbild > Bearbeiten > Schriftart Auswählen
    Das Terminal-Fenster mit geöffnetem Menü, ganz unten die Option "Konsole einrichten"

    Diese Vorgehensweise empfiehlt sich insbesondere, dann, wenn Sie öfters mit dem Terminal arbeiten.

    Systemeinstellungen

    Die Einstellungsverwaltung öffnet man über das Symbol in der Fensterleiste oder – wie oben gezeigt – über den Anwendungsstarter.

    Screenshot: ein Ausschnitt der Fensterleiste mit dem Icon der Systemeinstellungen an zweiter Position.

    KDE bietet eine Fülle von Einstellungsmöglichkeiten. Auch hier finden Sie einzelne Optionen am schnellsten über das Suchfeld oben links.

    Welche Einstellungen Sie vornehmen können für eine bessere Lesbarkeit:

    • Dark-Mode und Farbe
    • Bildschirm-Skalierung
    • Schriftgrößen anpassen
    • Mauszeiger vergrößern und finden
    • Zugangshilfen verwenden

    Schnelleinstellungen

    Der erste Menüpunkt der Systemeinstellungen sind die Schnelleinstellungen, über die Sie u.a. den Dark-Mode aktivieren und die Systemfarben anpassen können.

    Wichtig: Änderungen werden erst wirksam, wenn man das mit dem Button „Anwenden“ unten rechts ausdrücklich bestätigt.

    Die Schnelleinstellungen der Systemeinstellungen, bei "Design" ist "Breeze Dunkel" gewählt, die Ansicht ist bereits auf Dark-Mode umgestellt.

    Über die Schaltfläche „Globales Design“ öffnet sich eine neue Ansicht mit vielen weiteren Einstellungen.

    Systemeinstellungen mit der Ansicht für das globale Design.

    Bei den Farb-Einstellungen wählen Sie eine Farbe, die ggf. darüber liegende Schrift gut lesbar macht. Möglich ist auch, die Akzentfarbe des Hintergrundbildes zu verwenden.

    Das Menü "Farbe" der Systemeinstellungen, die Option "Akzentfarbe aus dem Hintergrund" ist gewählt.

    Anzeige und Bildschirm

    Hier stellen Sie Auflösung und Skalierung ein.

    Die passende Auflösung für Ihren Bildschirm erkennt das Betriebssystem im allgemeinen automatisch.

    Erhöhen Sie die Skalierung schrittweise. Dabei müssen Sie die Änderung explizit bestätigen. Tun Sie das nicht, kehrt das System automatisch zum Ausgangszustand zurück.

    Anzeigeeinstellungen: die Skalierung wurde auf 150 % erhöht; ein Popup-Fenster mit einer Bestätigungsanforderung: "Anzeige-Einstellungen beibehalten?", darunter die Button "Beibehalten" und "Zurücksetzen".

    Haben Sie die Skalierung so hoch gewählt, das Teile des Fensters über den Bildschirmrand hinausragen, können Sie das Fenster einfach mit gedrückter Maustaste am oberen Rand greifen und in Richtung Bildschirmrand oberen verschieben. Es passt sich dann der Displaygröße an.

    Sie müssen zusätzlich noch mit dem Button „Anwenden“ bestätigen.

    Schrift anpassen

    Möglicherweise ist für Sie auch schon eine etwas vergrößerte Schrift ausreichend, Symbole und Icons bleiben klein. Sie finden die Option über das Suchfeld mit der Eingabe von „schrift“.

    Wählen Sie dann „Alle Schriftarten anpassen“ und aktivieren Sie in der folgenden Ansicht das Kontrollkästchen bei „Größe“. Probieren Sie ruhig ein wenig aus. Mit zu großen Schriften kommen aber einige grafische Element nicht gut zurecht.

    Systemeinstellungen: alle Schriftarten anpassen, unten die Einstellungen für Pixel-Rendering und Hinting.
    Systemeinstellungen: ein Popup-Fenster mit den Optionen für Schriftart und Schriftgröße. Das Kontrollkästchen bei "Größe" ist aktiviert, ausgewählt ist "14". Unten der Beispieltext: "Falsches Üben von Xylophonmusik quält jeden größeren Zwerg" mit vergrößerter Schrift.

    Wir haben bei einer Skalierung von 100% die Schrift von 10px auf 14px erhöht. Ein Beispiel-Satz verführt nicht nur zum Schmunzeln, sondern verdeutlicht auch das Ergebnis der Anpassung, bereits bevor Sie mit OK bestätigen.

    Probieren Sie das Sub-Pixel-Rendering mit „RGB“ (wer gute Augen hat, sieht dann allerdings möglicherweise Farbsäume). Wählen Sie bei Hinting „Vollständig“. Das verbessert ein wenig die Schärfe bei der Darstellung von Text, insbesondere bei niedrigeren Auflösungen.

    Die Änderung der globalen Schriftgröße wirkt sich einheitlich auf alle von KDE zur Verfügung gestellten Anwendungen aus. So wird beispielsweise die Lesbarkeit im Datei-Explorer – Dolphin – unmittelbar deutlich verbessert.

    Der Datei-Manager Dolphin, Ordneransicht  mit vergrößerter Schrift

    Mauszeiger

    Geben Sie nun „maus“ ein in das Suchfeld der Systemeinstellungen es werden drei Optionen vorgeschlagen.

    Maus: Zeigergeschwindigkeit und Laufrichtung

    Zugangshilfen: siehe nächster Abschnitt

    Arbeitsflächen-Effekte: hier lassen sich eine Mausspur aktivieren, im eigenen Abschnitt Zugangshilfen eine Animation des Mausklicks sowie das Finden des Zeigers bei gedrückter Sondertaste.

    Sie aktivieren eine Option über das Kontrollkästchen und müssen anschließend noch die Auslöse-Funktion einrichten.

    Systemeinstellungen: den Mauszeiger anpassen.

    Legen Sie einen Tastatur-Kurzbefehl fest oder Bestätigen Sie einfach nur mit OK. Dann wird der Standard verwendet: die Mauszeiger-Markierung wird eingeblendet, wenn man bei einem Klick Strg- und Meta-Taste gedrückt hält (Meta ist die Windows-Taste).

    Systemeinstellungen, ein Popup-Fenster für das Einrichten von Tastatur-Kurzbefehlen.

    Zugangshilfen

    Hier gibt es viele Einstellungen, die die Nutzung des Computers wirklich erleichtern.

    Zoom & Lupe

    Der Vollbild-Zoom ist standardmäßig bereits aktiviert. Wie das funktioniert, haben wir oben bereits erklärt. Nehmen Sie hier Feineinstellungen vor.

    Systemeinstellungen, das Menü für Zugangshilfen.Ausgewählt ist: "Zoom & Lupe".

    Pixelgitter: bei einer Vergrößerung des Bildschirms ab dem eingestellten Prozentwert werde die einzelnen Pixel durch ein sichtbares Gitter voneinander getrennt. Wenn man weit in den Desktop hineinzoomet, verschwimmen Kanten normalerweise durch Interpolation. Das Pixelgitter markiert stattdessen die exakten Grenzen der physischen Pixel auf dem Bildschirm.

    Mauszeiger: haben Sie die Größe des Mauszeigers bereits erhöht, kann es sinnvoll sein, ihn von der Skalierung durch die Lupe auszuschließen. Stellen Sie dann um auf „Beibehalten“.

    Mausverfolgung:

    • Proportional: In diesem Modus ist die Bewegung des Bildausschnitts direkt mit der Bewegung der Maus verknüpft. Sobald Sie die Maus auch nur ein kleines Stück bewegen, verschiebt sich der sichtbare Bereich sofort mit. Das Ziel ist es, den Mauszeiger immer an derselben relativen Position innerhalb des gezoomten Fensters zu halten (oft in der Mitte oder leicht versetzt).
    • Der Unterschied zu „Anstoßen“ (Push): Im Gegensatz dazu bleibt bei der Option „Anstoßen“ der Bildausschnitt starr stehen, während Sie die Maus frei innerhalb des sichtbaren Bereichs bewegen können. Der Bildausschnitt verschiebt sich erst dann, wenn der Mauszeiger den Rand des sichtbaren Bereichs berührt und diesen praktisch „weiterschiebt“.

    Dieses Verhalten können Sie auch für den Schreibcursor regulieren (Texteinfügemarkenverfolgung).

    Bereich vergrößern: aktivieren Sie diese Option, erhalten Sie einen rechteckigen, vergrößerten Bildschirmausschnitt, ähnlich einer physischen Lupe. Mittelpunkt des vergrößerten Ausschnitts ist der Mauszeiger. Der Ausschnitt bewegt sich mit dem Mauszeiger. Die Kurzbefehele:

    Meta + Plus-Taste
    Meta + Bindestrich
    Meta + = (setzt auf 0)
    Systemeinstellungen, ein rechteckiger Lupenbereich ist eingeblendet.

    Kurzbefehle und Zoom-Faktor lassen sich anpassen.

    Ein Popup-Fenster mit Optionen der Tastaturkurzbefehle für die Lupe.

    Signalton

    Standardmäßig ertönt ein Signalton des Systems beim Aktivieren von Sondertasten, z.B. bei CapsLock.

    Einen zusätzlichen Ton auch beim Deaktivieren erreichen Sie über die Einstellung

    Sondertasten > Rückmeldung > Signalton verwenden

    Mausnavigation

    Diese Option ermöglicht, den Mauszeiger mit den Tasten des Ziffernblocks zu steuern. Der Ziffernblock muss dazu ausgeschaltet sein.

    Screenreader

    Aktivieren Sie den Screenreader, um den Bildschirminhalt vorlesen zu lassen. Sie hören unmittelbar die Rückmeldung: „Bildschirmleser an“, dann wird der Fenstertitel vorgelesen und die Art des grafischen Elements angesagt. Verwendet wird der integrierte Screenreader Orca mit der Sprachausgabe e-speak.

    Über das Einstellungs-Programm können Sie u.a. die Sprechgeschwindigkeit, Stimmvariationen, Ausführlichkeit der gelesenen Inhalte und vieles mehr bestimmen.

    Systemeinstellungen mit dem Menü für den Screenreader.

    Eine detaillierte Anleitung finden Sie in unserem Beitrag:

    Korrektur für Farbblindheit

    Hier können Sie die Farbdarstellung gezielt und fein abgestimmt anpassen. Einstellungen können getroffen werden für

    • Protanopsie (Rotschwäche).
    • Deuteranopsie (Grünschwäche) und
    • Tritanopsie(Blau-Gelb-Schwäche)

    Invertieren

    Aus dem Light-Mode heraus stellen Sie mit dieser Option schnell auf Dark um. Verwendet wird dazu die Tastenkombination

    Strg + Meta + i
    Strg + Meta + u
    Systemeinstellungen mit der Option zum Invertieren der Ansicht; ein Popup-Fenster mit den Tastaturkurzbefehlen ist eingeblendet.

    Im Dark-Mode zeigt die Umstellung keine Wirkung.

    Zeiger schütteln

    Die Option ist bereits aktiviert, funktioniert aber nur mit einer Maus, nicht auf dem Touchpad. Ziehen Sie Ihre Maus schnell einige Male kurz hin und her und der Mauszeiger wird vergrößert und gelb eingefärbt angezeigt. Die Vergrößerung kann individuell angepasst werden.

    Fazit

    KDE ist bekannt für seine Anpassbarkeit, Fast alles lässt sich konfigurieren, von Shortcuts bis zu visuellen Elementen, was Nutzern mit spezifischen Bedürfnissen entgegenkommt. Viele allgemeine Systemeinstellungen sind auch der Zugänglichkeit dienlich.

    Einsteiger fühlen sich von der Fülle der Möglichkeiten manchmal etwas überwältigt. Aber: alle Einstellungen sind sinnvoll vorkonfiguriert. Sie müssen nichts einstellen oder anpassen, aber Sie können.

    Insbesondere funktioniert der Screenreader Orca inzwischen recht zuverlässig, ohne dass zusätzliche Installationen erforderlich wären.

    Fedora 43 mit KDE-Plasma Desktop ist eine gute Wahl, für Menschen, die ihr Betriebssystem individuell anpassen möchten oder müssen und Bedienungshilfen benötigen.