
Debian gilt nicht gerade als Linux-Distribution für Einsteiger. Tatsächlich sind Installation und erste Einrichtung inzwischen aber gar nicht mehr so schwierig. Wir erklären Schritt für Schritt, wie Sie die aktuelle Version Debian 13 „Trixie“ auf Ihrem Rechner installieren.
Download des ISO-Images
Laden Sie das für Ihre Rechner-Architektur passende ISO-Image von der Herstellerseite herunter. Für die meisten ist die Version „amd64“ die richtige – dazu müssen Sie nur auf den Download-Button klicken. Alternativ stehen weitere Formate unter dem Link „weitere Downloads“ zur Verfügung, z. B. für die arm64-Architektur auf dem Mac. Dieses Format benötigen Sie, um eine virtuelle Maschine mit Debian auf dem Mac aufzusetzen.
Zudem können Sie zwischen einer „netinstall“-Version, für deren Installation eine Internetverbindung erforderlich ist, und verschiedenen (umfangreicheren) Live-ISO-Images wählen. Diese können Sie vom USB-Stick aus ohne Installation testen, bevor Sie sich für eine Installation entscheiden.
Und dann:
- die heruntergeladene ISO-Datei überprüfen: https://computer-und-sehen.de/sha-256-checksum/
- damit einen bootfähigen USB-Stick erstellen: https://computer-und-sehen.de/einen-bootfaehigen-usb-stick-erstellen/
- Ihren Rechner vom USB-Stick starten: https://computer-und-sehen.de/computer-vom-usb-stick-booten/
Installation
Wir haben uns für diesen Beitrag für die Netinstall-Version entschieden. Damit startet direkt ein Installationsmenü.

Wählen Sie hier mit den Pfeiltasten die zweite Zeile „Graphical Install“ aus und bestätigen Sie mit der Eingabetaste.
Sie gelangen nun zu einem Auswahlmenü für die Sprache während der Installation und später der Benutzeroberfläche. Bestätigen Sie mit „Continue“.

Im nächsten Dialog ist die Sprache bereits umgestellt. Wählen Sie Ihren Standort – das ist wichtig für die Zeitsynchronisation. Alle Dialoge bestätigen Sie mit „Weiter“ oder nehmen Änderungen mit „Zurück“ vor.

Während der Verarbeitung Ihrer Einstellungen sehen Sie meist einen Fortschrittsbalken.

Geben Sie Ihrem Rechner einen Namen (Hostname). Dieser ist – fast – frei wählbar, darf aber nur aus den ASCII-Zeichen a–z, A–Z, 0–9 und dem Bindestrich (-) bestehen.

Für einen Computer im Heimnetz benötigen Sie keinen Domain-Namen. Vorgegeben ist „localdomain“, das können Sie so belassen.

Eine Besonderheit bei Debian ist das separate Root-Konto für den Administrator mit eigenem Passwort.

Nun legen Sie ein weiteres Konto für den Benutzer an. Geben Sie hierzu Ihren Namen an. Anhand des Vornamens wird üblicherweise der Benutzername erstellt.


Vergeben Sie ein Passwort für den Benutzer. Dieses muss sich vom Root-Passwort unterscheiden.

Im nächsten Schritt bestimmen Sie die Vorgehensweise für die Festplattenpartitionierung. Für Einsteiger empfehlen wir „Geführt“.

Wählen Sie die Festplatte aus:

„Alle Dateien auf eine Partition“ sollten Sie so belassen.
Eine separate Home-Partition wird beispielsweise verwendet, wenn man das Betriebssystem neu installieren möchte, ohne die persönlichen Daten zu verlieren, oder wenn mehrere Benutzerkonten auf einem Rechner vorhanden sind. Sie bietet auch Vorteile bei der Datensicherung und -wiederherstellung.

Vor der Installation gibt eine Übersicht Auskunft zu den gewählten Einstellungen.

Die Einstellungen müssen ausdrücklich mit dem Button „Ja“ bestätigt werden.

Jetzt beginnt die eigentliche Installation, dargestellt durch einen Fortschrittsbalken.
Ein weiteres Installationsmedium benötigen Sie in der Regel nicht – belassen Sie die Einstellung auf „Nein“.

Wählen Sie das Land für den Spiegelserver aus; vorgegeben ist „Deutschland“ anhand der zuvor gewählten Systemsprache.

Geben Sie den Server an, der die Pakete bereitstellt. Vorgegeben ist „deb.debian.org“, das können Sie so belassen.

Die Angabe eines Proxy-Servers kann leer bleiben.

Sie können anonymisierte Statistiken über die Paketverwendung an die Entwickler senden.

Wählen Sie eine Desktop-Umgebung aus. Vorgegeben ist „Xfce“ – wir haben uns für „GNOME“ entschieden, wegen der Integration des Screenreaders Orca.
Zusätzlich können Sie hier bereits einen Web-Server installieren oder ein sogenanntes Debian-Blend.
Exkurs: Debian Pure Blends sind Lösungen für Benutzer mit speziellen Anforderungen. Sie bieten nicht nur praktische Sammlungen (Meta-Pakete) bestimmter Software, sondern erleichtern auch die Installation und Konfiguration für den vorgesehenen Zweck. Zur Verfügung stehen z. B. Zusammenstellungen für Accessibility, Wissenschaft, Bildung und mehr. Eine Übersicht finden Sie unter:

Ist die Installation abgeschlossen, starten Sie mit der Schaltfläche „Weiter“ den Rechner neu.

Der Login-Bildschirm: Mit einem Klick auf das Feld mit Ihrem Namen erscheint ein Eingabefeld für das zuvor vergebene Benutzerpasswort.


Der GNOME-Willkommen-Dialog begrüßt Sie und liefert eine kurze Einführung. Anschließend sehen Sie den Desktop mit Dock. Verwenden Sie das Suchfeld, um schnell zu Anwendungen und Einstellungen zu gelangen.

Updates starten oder zusätzliche Programme installieren Sie über die Softwareverwaltung.


Ausblick
Die Anpassungen des Betriebssystems für Barrierefreiheit entsprechen weitestgehend denen, die wir in unserem vorangegangenen Beitrag für Fedora 42 Workstation mit GNOME-Desktop beschrieben haben.