Radio hören auf dem Linux-Notebook

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Shortwave-App Logo

Wir stellen die App Shortwave des Entwicklers Felix Häcker für Linux-Betriebssysteme vor, in der Sie unkompliziert aus einer Fülle von Internetradio-Sendern wählen können. Das Programm hat Zugang zu einer Sender-Datenbank mit über 50.000 Sendern.

Wer jenseits von Spotify, YouTube und Ähnlichem noch klassisches Radio hören möchte, kann dies am Notebook oder Computer direkt im Webbrowser tun. Viel komfortabler als jeweils die Website des Senders anzusteuern ist jedoch, eine spezielle App zu nutzen.

Installation

Für diesen Beitrag haben wir ein Notebook mit Ubuntu 25.04 und GNOME-Desktop verwendet und auch unter Fedora 42 Workstation getestet. Sie installieren Shortwave einfach als Snap-Paket über das Anwendungszentrum. Wer einen Screenreader nutzt, sollte stattdessen das ebenfalls zur Verfügung stehende Debian-Paket wählen. Geben Sie „shortwave“ im Suchfeld ein, werden beide Varianten angezeigt.

Ubuntu Softwareverwaltung mit der Option zur Installation von Shortwave.

Sender und Wiedergabe

Nach dem ersten Start gelangen Sie zunächst auf den Willkommen-Bildschirm mit einem Button für das Hinzufügen neuer Sender. Rechts die Vorschau für die Wiedergabe ist noch ohne Titel.

Startseite der App Shortwave: links das App-Logo, darunter der Schriftzug "Willkommen zu Shortwave", darunter ein orangefarbener Button "Neuen Sender hinzufügen".  Rechts der Player mit Senderlogo, Wiedergabe- und Lautstärken-Steuerung, darunter die Tetelanzeige.

Über diese Schaltfläche gelangen Sie zu einer umfangreichen, vorkonfigurierten Senderliste, die kaum Wünsche offen lässt. Geben Sie einen Sendernamen oder dessen Anfangsbuchstaben in das Suchfeld und Sie erhalten unmittelbar eine entsprechende Auswahl.

Shortwave, im linken Fensterbereich ist nun der Anfang der Senderliste sichtbar. Darüber der Schriftzug:"Über 50000 öffentliche Sender entdecken".

Ein Klick fügt Ihre Lieblingssender der Bibliothek hinzu oder starten die Wiedergabe.

Overlay-Fenster mit der Option zur Wiedergabe des Senders oder Hinzufügen zur Bibliothek.

Stöbern Sie ein wenig in der Senderliste und entdecken Sie spannende neue Sender, z.B. zum Thema Hörspiel.

Senderauswahl zum Suchbegriff Hörspiel, oben im Suchfeld der Wortanfang  "hörsp"

Ihre ausgewählten Sender werden gespeichert. Über das Plus-Symbol links oben fügen Sie weitere Sender hinzu. Die Reihenfolge in Ihrer Senderliste lässt sich über das Haupt-Menü in der Mitte der oberen Leiste anpassen.

Sollte der seltene Fall eintreten, dass Sie einen gewünschten Sender nicht in der Liste finden, können Sie eine Streaming-URL auch manuell hinzufügen.

Overlay-Fenster zum Einfügen eines eigenen Senders über die Streaming-URL.

Durch Ziehen mit der Maus am Fensterrand können Sie die Fenstergröße sehr flexibel anpassen. Mit der Schaltfläche „Gerätemodus aktivieren“ oben rechts wechseln Sie zu einer Miniplayer-Ansicht.

Shortwave Miniplayer-Ansicht: in der Mitte der Sendername, links und rechts stilisierte Radioknöpfe für Wiedergabe, Klang, Ausschalten und Umschalten auf die große Ansicht.

Ab der aktuellen Version 5.0.0 unterstützt Shortwave nun die Hintergrundwiedergabe, sodass die Wiedergabe auch dann fortgesetzt wird, wenn Sie das Fenster schließen.

Bedienung

Das Programm hat eine GNOME-typische Benutzeroberfläche und kann mit einer höheren Skalierung und größerer Systemschrift gut umgehen. Auch wenn sich die Caret-Navigation mit F7 zur Navigation mit Tabulator- und Pfeil-Tasten aktivieren lässt, ist die App in der Version als Snap-Paket derzeit (Stand September 2025) für den Screenreader Orca nicht zugänglich. Einzig im Suchfeld für die Sendersuche wird der eingegebene Text vorgelesen.

Für die Bedienung können Sie aber Tastaturkurzbefehle nutzen. So verändert man die Lautstärke in angenehm kleinen Abstufungen und unabhängig zur Systemlautstärke mit den Tasten

Strg + Plus-Taste
Strg + Bindestrich

Die Wiedergabe schalten Sie stumm (Mute) mit

Strg + M

Screenreader

Alternativ zu dem Snap-Paket können Sie das Debian-Paket installieren. Das Programm ist dann mit dem Screenreader Orca sehr gut zu bedienen. Sie navigieren mit Tabulator- und Pfeiltasten, alle Sendernamen und Schaltflächen werden angesagt.

Shortwave, als Debian-Paket installiert. Hier werden auch die Sender-Logos angezeigt.

Unter Fedora 42 Workstation mit GNOME Desktop steht Shortwave über die Softwareverwaltung als Flatpak zur Verfügung. Diese Version ist ebenfalls für Orca lesbar.

Aufnahmen

Neben dem reinen Abspielen der Sender steht auch eine Aufnahmefunktion zur Verfügung. Sie können aus drei verschiedenen Modi wählen:

• Alle Titel speichern: Alle aufgenommenen Titel werden automatisch gespeichert.

• Für jeden Titel entscheiden: Titel werden vorübergehend aufgenommen und nur die gewünschten Titel werden gespeichert.

• Nichts aufnehmen: Sender werden ohne Aufnahme wiedergegeben.

Viele weitere Funktionen stehen für den Aufnahmemodus zur Verfügung. So können Sie beispielsweise die Dauer der aufgenommenen Titel konfigurieren, den Ordner für das Speichern anpassen, Titel können bereits während der Aufnahme zum Speichern markiert werden, laufende Aufnahmen können abgebrochen werden.

Fazit

Shortwave ist eine klare Empfehlung für alle, die gerne noch „echte“ Radiosender hören und neue Sender erkunden. Die Benutzeroberfläche ist flexibel anpassbar, alle Schriften sind gut lesbar und die Bedienung ist intuitiv. Die Variante als Debian-Paket kann mit Screenreader bedient werden und zeigt auch viele Sender-Logos an.

Grafik: Website-Icon