
Warum eine eigene Such-App bauen, wenn es Webseiten gibt?
Die Antwort ist einfach: Barrierefreiheit. Viele Web-Interfaces sind überladen, skalieren schlecht, ignorieren die Kontrasteinstellungen des Betriebssystems oder setzen schlichtweg eine unbrauchbare Reihenfolge für die Navigation mit der Tabulator-Taste. Mein Ziel war eine App, die sich dem User anpasst – nicht umgekehrt.
Die Idee zu diesem Projekt entstammt dem Online-Kurs Python for Beginners des OpenHPI (Hasso Plattner Institut) im November 2025, bei dem wir für eine Hausaufgabe ein Python-Programm schreiben mussten, das die iTunes-API implementiert und entsprechende Suchanfragen startet. Endlich mal ein Programmierbeispiel, bei dem kein Spiel programmiert wird.
Dieser sehr empfehlenswerte Kurs, der übrigens noch zum Selbststudium kostenfrei zur Verfügung steht, vermittelt den Teilnehmenden fundiertes Wissen zu allen wichtigen Anwendungsgebieten für den Einstieg in Python.
Eine weitere Anregung lieferte die Veranstaltungsreihe „Klangreise“ von Dr. Lothar Jahn. Musikinteressierte Zuschauer bekommen Einblick in das Leben und Schaffen von Künstlern sowie in verschiedene Musikepochen. Geballtes Musikwissen, das durch passende Klangbeispiele lebendig wird, kompetent und charmant präsentiert.
Und nicht zuletzt beschäftigt mich das Problem der Lesbarkeit von Webseiten selbst: zu kleine und zu blasse Schrift, Inhalte, die von schwebenden Elementen verdeckt werden, werbewirksame Pop‑Ups, Header‑ oder Fußzeilen sowie Seitenleisten, die das gesamte Layout ruinieren, wenn man hineinzoomt.
Zu dem kurzen Python-Programm für die iTunes-Suche eine Benutzeroberfläche erstellen, die gut lesbar und per Tastatur bedienbar ist, war zunächst das Ziel. Daraus entstand MusicSearch Version 1 mit Tkinter als Framework.
Diese erste Version war zwar hilfreich, stieß jedoch schnell an eine entscheidende Grenze: die echte Barrierefreiheit. Für Nutzer*innen, die auf Screen‑Reader angewiesen sind, blieb die Oberfläche weitestgehend unzugänglich.
MusicSearch Version 2 verwendet nun das Qt-Framework PySide6. Qt kommt auch bei dem KDE-Plasma Desktop des Betriebssystems Tuxedo-OS auf meinem Notebook zum Einsatz. Dementsprechend war das Einrichten der Programmierumgebung hier deutlich einfacher als auf einem Windows-Rechner.
Eine ausführliche Erläuterung zu Version 2 der App lesen Sie im nächsten Beitrag.
Und während all das musikalische Wissen und die barrierefreie Technik Hand in Hand gehen, darf natürlich das eigentliche „Back‑stage‑Ensemble“ nicht zu kurz kommen – ein quirliges Team aus vierbeinigen Geduldspatronen, KI‑Co‑Piloten und einer Projektleiterin.
Das MusicSearch-Team: Mein Hund Conrad, der immer geduldig neben meinem Schreibtisch liegt und wartet, bis ich endlich den Notebook-Deckel zuklappe (das Geräusch kennt er ganz genau), die KIs ChatGPT, Gemini und Lumo, die ich insbesondere ab der zweiten Projekthälfte befragt habe, wenn ich meine Ideen nicht korrekt in Programmcode umsetzen konnte, und ich, Henriette.
