Linux Mint 22, Erste Schritte

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Wir erklären die ersten Schritte mit Linux Mint 22.1 mit Cinnamon Desktop und zeigen, wie Sie Ihr System an Ihre Sehgewohnheiten anpassen können.

Nach der Installation begrüßt Sie eine Einführung, die Ihnen die ersten Schritte und Einstellungen zeigt.

Der Willkommen-Bildschirm leitet Sie weiter zu wichtigen Systemfunktionen, wie Updates und Systemschnappschüssen.

Außerdem finden Sie Hinweise zur Dokumentation und zu Hilfeseiten.

Updates

Wie immer empfehlen wir, als Erstes das neue System auf einen aktuellen Stand zu bringen. Öffnen Sie dazu das Startmenü mit der Windows-Taste oder der Linux-Mint-Schaltfläche auf der Anwendungsleiste und geben Sie im Suchfeld den Begriff „Update“ ein.

Linux Mint Startmenü mit dem Begriff "update" im Suchfeld.

Damit finden Sie die Aktualisierungsverwaltung (nicht zu verwechseln mit der App-Verwaltung zum Installieren neuer Programme). Beim ersten Start müssen Sie zunächst einige Einstellungen bestätigen.

Startbildschirm der Aktualisierungsverwaltung.

Ein Hinweis informiert, dass eine neue Version der Anwendungsverwaltung zur Verfügung steht. Diese sollte installiert und passende Spiegelserver ausgewählt werden.

Hinweis: viele Aktionen, die die Systemverwaltung betreffen, erfordern die Eingabe Ihres Passwortes.

Linux Mint: Fenster für die Passwort-Eingabe.

Ein lokaler Spiegelserver ist eine Kopie eines zentralen Servers, meist im selben Land. Er hilft, Downloads schneller und stabiler zu machen. Wir haben Server aus Deutschland gewählt.

Nun aktualisieren Sie zunächst die Aktualisierungsverwaltung selbst und danach alle weiteren Programme.

Die Aktualisierungsverwaltung selbst aktualisieren.

Sind alle zur Aktualisierung vorgeschlagenen Programme ausgewählt, wählen Sie die Schaltfläche „Aktualisierungen installieren“.

Aktualisierungsverwaltung, mit der Liste zu aktualisierender Programme.

Ein Fortschrittsbalken zeigt den Stand der Installation an.

Aktualisierungsverwaltung, Fortschritt.

Nach erfolgreichem Update ist häufig ein Neustart des Rechners erforderlich. Auch hier werden Sie informiert.

Aktualisierungsverwaltung, Mitteilung über erfolgreiches Update.

Schließen Sie das Fenster und klicken Sie auf den Herunterfahren-Button (rote Schaltfläche unten links im Startmenü). Im erscheinenden Fenster wählen Sie „Neu starten“ – das ist die zweite Option von rechts.

Linux Mint Overlay mit Button zum Neustart.

Bedienungshilfen

Alles viel zu klein? Auch unter Linux Mint können Sie als Erstes eine Bildschirmlupe aktivieren – das zeigen wir gleich weiter unten.

Öffnen Sie die Systemeinstellungen und dort Bedienungshilfen. Die Systemeinstellungen haben eine eigene Schaltfläche am linken Rand des Startmenüs. Am einfachsten finden Sie aber alles über das Suchfeld.

Die Bedienungshilfen gliedern sich in vier Bereiche:

  • Visuell
  • Tastatur
  • Eingabeunterstützung
  • Maus

Visuell

Der Menüpunkt „Visuell“ bietet die Möglichkeit, hohen Kontrast, große Schrift, den Bildschirmleser und eine Bildschirmlupe „Schreibtischvergrößerung“ zu aktivieren.

Einstellungen der Bedienungshilfen, "Visuell", "großer Text" ist aktiviert.

Große Schrift erhöht die Schriftgröße auf 120 %.

Einstellungen der Bedienungshilfen, "Visuell", mit aktivierter Bildschirmlupe.

Auch der Bildschirmleser Orca wird hier aktiviert. Danach erscheint die Schaltfläche zu seinen Einstellungen.

💡 Hinweis zu den Orca-Einstellungen Wenn Sie die Schriftgröße oder die Bildschirm-Skalierung stark erhöht haben, passt das Fenster der Orca-Einstellungen unter Umständen nicht mehr vollständig auf den Bildschirm. Keine Sorge: Sie können dennoch mit der Tabulator-Taste (→) durch alle Bedienelemente navigieren – auch zu den nicht sichtbaren Schaltflächen am unteren Rand:

Abbrechen – schließt das Fenster ohne Änderungen

Anwenden – speichert Ihre Änderungen, lässt das Fenster aber offen

OK – speichert die Änderungen und schließt das Fenster

Orca liest dabei alle angesteuerten Elemente laut vor.

Alternativ lässt sich das Fenster auch schließen, indem Sie das Orca-Symbol in der Leiste mit der rechten Maustaste anklicken und „Beenden“ wählen.

Aktivieren Sie die Bildschirmlupe, so steht hier der Faktor anfangs auf „1“ – also ohne Vergrößerung. Das ist sinnvoll für einen ersten Überblick.

Einstellungen für die Bildschirmlupbe.

Dafür gibt es nun die Besonderheit, bei gedrückter „Maushilfstaste“ – standardmäßig die Alt-Taste – und dem Mausrad beliebig zu Vergrößern, ohne die Feinheiten erkennen zu müssen. Mit aktivierter Bildschirmlupe kann man schnell beliebige Bereiche vergrößern und verkleinern, eine extrem hilfreiche Funktion!

Tastatur

Hier können Sie akustische Rückmeldungen bei bestimmten Tastenaktionen aktivieren, z. B. wenn die Großschreibtaste betätigt wurde.

Bedienungshilfen: Einstellungen für die Tastatur.

Eingabeunterstützung

Sie finden hier:

  • Einrastfunktion für Tasten
  • Verzögerung bei der Eingabe
  • Filter für unbeabsichtigte Tastendrücke

Maus

Aktivieren Sie hier z. B. die Maussteuerung per Nummernblock oder verändern Sie Klickverhalten und Zeigergeschwindigkeit.

Bedienungshilfen: Einstellungen für die Maus.

Textgröße allgemein

Ist Ihnen die Vergrößerung der Systemschrift mit den Bedienungshilfen nicht ausreichend, können Sie zusätzlich über

Systemeinstellungen > Schriftauswahl

weitere Anpassungen vornehmen.

Einstellungen für die Schrift.

Im oberen Bereich geben Sie für die unterschiedlichen Anwendungen eine Schrift nebst Schriftgröße vor.

Nutzen Sie primär den Regler „Skalierungsfaktor der Schrift“ und testen Sie die Änderung in unterschiedlichen Programmen. Stellen Sie auch „Hinting“ auf „Stark“, um die Lesbarkeit zu verbessern.

Bildschirm Skalierung

Die Bruchteilsskalierung ist derzeit (Stand: August 2025) noch experimentell. Sie aktivieren sie unter:

Systemeinstellungen > Geräte > Bildschirm > Einstellungen

Die „Bruchteilskalierungsteuerung“ muss expliziert aktiviert werden. Es kann vorkommen, das einige Fensterbereiche damit nicht oder nicht gut erreicht werden können.

Wichtig: Sie müssen Änderungen bestätigen – oder eben gleich verwerfen.

Farbe und Themen

Wer dunkle Darstellung bevorzugt, wechselt unter:

Systemeinstellungen > Themen

Neben dem Dark-Mode gibt es viele weitere Gestaltungsmöglichkeiten für Ordner und Schaltflächen, Schreibtischhintergrund und Leiste.

Bildlaufleisten verbreitern

Viele finden die Bildlaufleisten zu schmal. Wer damit Probleme hat, kann sie verbreitern mit

Systemeinstellungen > Themen > Erweiterte Einstellungen > Einstellungen

Aktivieren Sie „Die aktuelle Bildlaufleistenbreite des Themas überschreiben“, dann erscheint ein Regler zur Anpassung.

Desktop und Leiste

Einige Optionen erreichen Sie schneller über das Kontextmenü (rechte Maustaste) auf Desktop oder Leiste.

Sie können direkt Ordner neue oder Dokumente anlegen. Dokumente werden dann in einem einfachen Texteditor geöffnet.

Ein neues Dokument im Texteditor.

Nachtschwärmern hilft manchmal eine große Uhr auf dem Desktop. Die können Sie als Applet nachrüsten.

Dateien und Verzeichnisse

Der Datei-Explorer unter Linux Mint heißt Nemo. Sie finden ihn über das Ordnersymbol in der Leiste.

Schrift- und Symbolgrößen können angepasst werden:

  • Menü → Ansicht
  • Schieberegler unten rechts
  • Tastenkombination:
Strg + Plus-Taste / Bindestrich

Für Ordnerfarben und Darstellung wechseln Sie über:

Systemeinstellungen > Themen

Statt der Symbolansicht wechselt man über die Schaltfläche am oberen Fensterrand zu einer Listenansicht.

Programme und Apps

Die Anwendungsverwaltung finden Sie schnell über das Symbol (das zweite von oben) in der Seitenleiste des Startmenüs. Hier finden Sie eine große Auswahl zusätzlicher Programme.

Oben finden Sie Vorschläge und ein Suchfeld.

Die Anwendungen sind nach Themen sortiert, aber auch hier können Sie einfach einen Suchbegriff eingeben.

Beim ersten Start wird ein Zwischenspeicher geladen, das kann einige Zeit dauern.

Suchen Sie z. B. mit dem Suchfeld nach „music“.

Ein Klick auf einen Vorschlag öffnet eine Detailansicht mit Button zur Installation.

Fazit

Linux Mint wird oft als besonders einsteigerfreundlich empfohlen – und das zurecht: Die Benutzeroberfläche erinnert an den Windows-Desktop, was Umsteigern die Orientierung erleichtert. Die wichtigsten Programme für den Alltag sind bereits vorinstalliert.

Einige Skalierungsfunktionen, wie die experimentelle Bruchteilsskalierung, funktionieren noch nicht optimal. Fedora oder Ubuntu mit GNOME-Desktop lösen diese Aufgaben teils besser – bleiben aber ähnlich einfach in der Bedienung.

Sehr gelungen ist bei Linux Mint die Möglichkeit, die Bildschirmlupe bequem mit dem Mausrad zu steuern – eine tolle Hilfe für sehbehinderte Nutzerinnen und Nutzer!

Glossar: Wichtige Begriffe bei Linux Mint (Cinnamon)

BegriffBeschreibung
Leiste (Panel)Die Leiste am unteren Bildschirmrand. Hier finden Sie das Menü, Uhrzeit, laufende Programme und Systemsymbole.
Menü / StartmenüDas Hauptmenü von Linux Mint. Es öffnet sich über das grüne Mint-Symbol links in der Leiste. Hier finden Sie Programme, Einstellungen und Suchfunktionen.
AppletsKleine Anwendungen, die in der Leiste angezeigt werden, z. B. Lautstärkeregelung oder Bluetooth.
DeskletsMini-Widgets auf dem Desktop, z. B. eine große Uhr oder ein Kalender. Ideal für mehr Übersicht.
AnwendungsverwaltungProgramm zum Durchsuchen und Installieren neuer Software (wie ein App-Store).
AktualisierungsverwaltungWerkzeug zur Installation von Systemupdates. Oft über das Menü oder den Willkommensbildschirm erreichbar.
SystemeinstellungenZentrale Konfiguration Ihres Systems – ähnlich der Systemsteuerung in Windows.
NemoDer Dateimanager von Linux Mint (entspricht dem Windows-Explorer).
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